Verschiedene Reifendruckkontrollsysteme

Seit Ende 2014 müssen alle neuen Autos und Wohnmobile in Europa mit einem Reifendruckkontrollsysteme (Abk.: RDKS) ausgestattet sein. Diese Systeme sind schon seit einigen Jahren in vielen Fahrzeugen verbaut, neu ist nur die Pflicht für jede Neuzulassung.  Die neue Technik macht den Reifenwechsel mit hydraulischen Wagenhebern für einige Autofahrer zunächst teurer – aber sie profitieren auch davon. Mann kann aber mit ein bisschen technischem Geschick auch die Reifen selbst wechseln in Verbindung mit einem hydraulischen Wagenheber.
Bei neuen Fahrzeugen wird der Luftdruck in Zukunft automatisch gemessen. Auf dem Markt sind zwei verschiedene Arten von Reifendruckkontrollsystemen. Indirekt messende Systeme erkennen Veränderungen des Abrollumfangs der Reifen über die vorhandenen Sensoren für ABS und ESP an den einzelnen Rädern.

Darum ist die Druckkontrolle sinnvoll:

Nach einer Studie des Reifenherstellers Bridgestone überprüfen gerade einmal 40 Prozent der Autofahrer regelmäßig den Reifendruck. Dabei verändert ein zu niedriger oder auch zu hoher Reifenfülldruck die Fahreigenschaften eines Autos stark. In Kurven neigt das Fahrzeug zu instabilem Fahrverhalten. Doch es gibt noch andere Faktoren, die den richtigen Reifendruck so bedeutsam machen. Zum einen spart er Kraftstoff, zum anderen nutzt sich ein Reifen gleichmäßiger ab. Ist der Druck zu gering, wird der Reifen stärker beansprucht: Schon bei 0,3 bar Minderdruck verringert sich die Laufleistung um 30 Prozent. Im Extremfall kann das bedeuten, dass sich der Bremsweg verlängert oder der Reifen sogar schlagartig ausfällt.

Fahren und sparen:

Diese beiden Faktoren gehen zusätzlich aber auch ins Geld. Lt. BRV kann man mit dem richtigen Reifendruck rund 40 Liter Kraftstoff pro Jahr sparen. Das sind etwa 65 Euro Ersparnis, die sich durch die um 45 Prozent verlängerte Laufleistung der Reifen nochmals um 65 Euro erhöht. Bei einer jährlichen Fahrleistung von knapp 15.000 Kilometer hätten sich die Mehrkosten nach drei Jahren amortisiert.

 

RDKS: Direkte Systeme teurer:

Bei direkt messenden Systemen befindet sich ein Drucksensor an jedem Rad. Diese müssen nach etwa sechs Jahren ausgetauscht werden, da das System batteriebetrieben ist. Denn damit Schmutz und Wasser den Sensoren nichts anhaben können, sind sie fest verschweißt. Zudem braucht der Halter für die Winterreifen einen extra Satz Sensoren.

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisier- Handwerk (BVR) geht beim Wechsel von Sensor-Reifen pro Fahrzeug von einem höheren Arbeitsaufwand gegenüber herkömmlichen Reifen von 18 bis 25 Minuten aus. Bei einem Werkstatt-Stundenlohn von 60 Euro fällt das deutlich ins Gewicht. Es werde ca. 18 bis 25 Euro mehr fällig.

Testfahrt kann nötig werden:

Haupt verantwortlich für den Arbeitsaufwand ist die Notwenigkeit, die Sensoren des RDKS vor dem Wechsel auszulesen, ihren Zustand festzustellen, sie gegebenenfalls zu wechseln und danach mit den neu aufgezogenen Pneus wieder an das Steuergerät anzupassen. Das kann anhand eines Diagnosegeräts erfolgen oder durch eine mindestens 15-minütige Fahrt mit dem Auto. Die Sensoren stellen sich dann automatisch auf das Steuergerät ein.

Stärker fällt aber die Technik selbst ins Gewicht: Original-Sensoren vom Autohersteller haben eine Preisspanne von 30 bis 120 Euro pro Stück. Frei programmierbare Sensoren von Drittanbietern sind mit 40 bis 50 Euro günstiger.

Indirekte Messung mit ABS-Sensor:

Bei der indirekten Messung wird der ABS-Drehzahlsensor als Anhaltspunkt genutzt. Wenn der Reifendruck abnimmt, verringert sich der Abrollradius des Rades. Es dreht sich also schneller als die anderen Räder. Das System ist deutlich günstiger, reagiert aber auch erst bei einem Verlust von etwa 0,5 Bar.

 (Quelle: t-online.de)