Techniktipp

Rost am Auto mit einem Bürstenschleifer entfernen

Sauerstoff, Feuchtigkeit und ungeschütztes Eisen beziehungsweise Stahl verbinden sich nach und nach zu einem eher ungeliebten Produkt, dem Rost. Dem kann vorgebeugt werden, indem beispielsweise Metalllegierungen verwendet werden, die den gemeinsamen Angriff von Sauerstoff und Wasser sowie in der Umgebungsluft enthaltenen Salzen und Säuren widerstehen können. Allerdings sind derartige Metalle wesentlich teurer als das relativ einfach herzustellende und massenhaft vorkommende Eisen. Dessen Verwendung ist gerade im Fahrzeugbau ein Kosten-Nutzen-Kompromiss, der eben beinhaltet, dass sich irgendwann Rost bilden wird, wenn an irgendeinem Teil der Karosserie der Oberflächenschutz nicht mehr durchgängig vorhanden ist. Rost besitzt zudem die Eigenschaft, sein zerstörerisches Werk so lange fortzusetzen, bis alle Eisen-Bestandteile oxidiert sind. Da hilft nur, den schon entstandenen Rost zu entfernen und die blanke Oberfläche erneut zu schützen. Ein Bürstenschleifer ist ein sehr effektives Werkzeug, um damit anzufangen.

Was ist eigentlich ein Bürstenschleifer?

Rein technisch gesehen muss der Bürstenschleifer in das Fertigungsverfahren des Bürstspanens eingeteilt werden, wofür es sogar eine Norm, die DIN 8589, gibt. Bürstenschleifer werden auch als Satiniermaschinen bezeichnet, da mit ihnen sehr gleichmäßige Oberflächenstrukturen erzeugt werden können. Allerdings zählt der Vorgang des Entrostens mittels eines Bürstenschleifers wiederum zum Begriff Reinigen, obwohl mit diesem Gerät die jeweilige Fläche erheblich verändert werden kann. Weitere Informationen gibt es auf dieser Seite zum speziellen Schleifer.

Das eigentliche Wirkprinzip des Bürstenschleifers basiert auf einer schnell rotierenden Bürste, die bei der Rostentfernung mit dünnen Stahldrähten bestückt ist. Bei der Bearbeitung der Oberfläche besitzt immer nur ein Teil der Bürstendrähte Kontakt zum Metall. Dieser Teil nimmt Rostpartikel auf und schleudert diese in der Rotationsbewegung weg. Das ist der große Unterschied zu herkömmlichen Schleifgeräten, die mit vibrierenden oder oszillierenden Schleifflächen funktionieren. Bei diesen Verfahren verbleiben die Rostbestandteile zumindest teilweise im Schleifkörper und senken dessen Effektivität.
Es besteht aber auch ein Unterschied zu Werkzeugen wie Winkelschleifern mit eingespannten Schruppscheiben. Diese Werkzeuge sind nicht zur Rostentfernung konzipiert, sondern zur Oberflächenreduzierung. Schruppscheiben tragen das eigentlich zu erhaltende Metall gleich mit ab.

Unterschiedliche Bauweisen eines Bürstenschleifers

In der professionellen Anwendung zur Bearbeitung von Flächen aus Metall oder Holz ähnelt der Bürstenschleifer einer Hobelmaschine. Daneben gibt es weitere Bauformen, die sich an der Struktur des Winkelschleifers orientieren, wobei unterschiedliche Größen und Antriebsarten bestehen, sowohl elektrisch wie pneumatisch. Für den bereits erwähnten Winkelschleifer werden zudem Vorsätze angeboten, um diesen als Bürstenschleifer einsetzen zu können. Die Breite der Bürsten variiert je nach Gerät von 10 bis etwa 120 mm.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, der sehr großformatige Bürstenschleifer auch in der Industrie
zum Einsatz kommen, um unterschiedlichste Oberflächen zu bearbeiten.

Der Bürstenschleifer im Einsatz am Fahrzeug

Die hohe Leistungsfähigkeit eines Bürstenschleifers lassen jegliche Vorarbeiten zur Rostentfernung entfallen. Selbst mit stark klebenden Massen wie Unterbodenschutz hat ein guter Bürstenschleifer keine Probleme. Die Drähte der Bürste besitzen in Verbindung mit der hohen Rotation einen Selbstreinigungseffekt. Für die vollständige Entfernung von altem Unterbodenschutz empfehlen sich jedoch andere Mittel und Verfahren.

Vor der Arbeit an der Karosserie, dem Unterboden oder dem Motor und seinen Anbauteilen sollten eher empfindliche Teile entfernt werden. Beispielsweise verchromte Stoßstangen oder Zierleisten. So werden zum einen diese nicht beschädigt und zum anderen lassen sich darunter versteckte Roststellen bearbeiten. Lässt es sich nicht vermeiden, dass Flächen bearbeitet werden müssen, die direkt an empfindliche Oberflächen angrenzen, so sollte ein Bürstenschleifer mit möglichst schmalem Bürstenkopf gewählt werden. Hersteller wie etwa die Firma Bosch führen unter anderem sehr leichte und kleine Bürstenschleifer in ihrem Programm, die sich sehr gut zur Ausbesserung kleinerer Roststellen sowie zur Rostentfernung an Engstellen eignen.

Für größere Flächen bieten sich Maschinen an, die über Bürstenwerkzeuge mit Breiten von etwa 100 mm verfügen. Das sind Bürstenschleifer zur beidhändigen Bearbeitung. Aufgrund von Umdrehungszahlen von 1200 bis über 3000 U / min ist die Verwendung beider Hände dringend zu empfehlen. Ebenso eine Schutzbrille und geschlossene Arbeitskleidung. Die abgelösten Partikel können sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen und zudem recht heiß sein. Vorsicht ist nicht nur im Umgang mit dem Bürstenschleifer zu empfehlen, sondern auch bei der Bearbeitung dünner Bleche wie etwa die einer Karosserie. So schnell wie der Rost entfernt ist, kann auch das Metall selbst weniger werden. Es empfiehlt sich, den Bürstenschleifer mit geringem Anpressdruck mehrmals über die jeweilige Roststelle zu führen und das Ergebnis zu kontrollieren.

Der Bürstenschleifer – ein unentbehrliches Werkzeug

Wenn eine kurze Bearbeitungszeit mit einem hervorragenden Ergebnis gepaart werden soll, und wann soll es das nicht, dann ist der Bürstenschleifer nicht nur zur Rostentfernung am Fahrzeug die ideale Maschine. Professionelle Restauratoren genauso wie die Fachleute des Lackiererhandwerks nutzen Bürstenschleifer zur Vorbereitung der Metallteile auf die neue Beschichtung. Ebenso kommen Hobbybastler an diesem Werkzeug nicht vorbei, im Besonderen, wenn die gründliche Restauration eines Old- beziehungsweise Jungtimers ansteht.

Oder an dem in die Jahre gekommenen Auto sollen die zahlreichen Roststellen einer wieder wie neu glänzenden Lackierung weichen.